Viele Mädchen und Jungen in Bildungseinrichtungen und Einrichtungen der Erziehungshilfe sind in ihren lebensgeschichtlichen Erfahrungen von erheblichen psychosozialen Belastungsfaktoren oder traumatischen Erlebnissen betroffen.

Sie stellen mit ihren besonderen Anpassungs und Regulierungsstrategien häufig eine grosse Herausforderung für die psychosozialen HelferInnen dar.

Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen besonders häufig traumatische Erfahrungen gemacht haben und nicht selten von verschiedenen multiplen und / oder sequentiellen Erlebnissen betroffen sind.

Diese Kinder und Jugendlichen haben einen besonderen Bedarf an Förderung, an Stabilisierung und an das Beziehungsangebot der pädagogischen Fachkräfte.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es gerade bei Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen zu vermehrten Krisen kommt, welche die Fachkräfte überfordernkönnen.

In Folge dessen kommt es unter anderem auch zu vermehrten Abbrüchen der angebotenen Hilfen.

Dieses Scheitern führt zur weiteren Verfestigung ihrer Entwicklungs- und Bindungsstörungen und lässt das Helfersystem in erlebter Ohnmacht und Verunsicherung zurück.

Es zeigt sich, dass die bisherige pädagogische Praxis mit ihren Ansätzen weder den betroffenen Mädchen und Jungen, noch den Helfersystemen gerecht wird.

Primäres Anliegen der Traumapädagogik ist daher die Sorge für einen «sicheren Ort» als wichtige und notwendige Grundvoraussetzung für den Bewältigungsprozess.


Grafik sicherer Ort

Nur ein «sicherer Ort» erlaubt es, die hochwirksamen Überlebensstrategien aufzugeben und alternative Verhaltensweisen zu erlernen.

Dabei geht es sowohl um die innere Sicherheit (Selbstbemächtigung, Traumaverarbeitung, Stabilisierung), als auch um die äussere Sicherheit (Strukturen und Rahmenbedingungen, Haltungen, Stabilität der Betreuungspersonen).

Das Angebot einer fachlich versierten, verlässlichen und verstehenden Beziehung zu einer Bezugsperson garantiert die Unterstützung zur positiven Neuorientierung in einer Realität, die nach den traumatischen Erfahrungen oft nur noch fragmentiert wahrgenommen werden konnte und korrigiert die Erfahrung einer negativen Bindungserwartung.

So schützt die Traumapädagogik vor retraumatisierenden Faktoren und gestaltet einen notwendigen, sicheren Rahmen.

Die Traumapädagogik greift auf bewährte pädagogische Ansätze (Heilpädagogik, psychoanalytische Pädagogik, milieutherapeutische Ansätze, systemische Ansätze u.v.m.) zurück, verknüpft diese mit den aktuellen Erkenntnissen der Psychotraumatologie und weiteren interdisziplinären Forschungsansätzen wie zum Beispiel Bindungsforschung, Resilienzforschung oder Neurobiologie, und entwickelt traumazentrierte pädagogische Förderansätze und Methoden zur Unterstützung der Selbstbemächtigung und Stabilisierung von Mädchen, Jungen und HelferInnen.

Tafelbild Traumapädagogik zusammenfassung

Wir verstehen uns als Plattform für Einrichtungen, welche traumapädagogisch arbeiten oder traumapädagogisch arbeiten wollen und bieten entsprechende Angebote zur Fort- und Weiterbildung sowie zur Evaluation an.

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